Leider hilft auch der beste Kontakt zur inneren Qualle nicht dabei, etwas wirklich Neues herbeizuzaubern, denn etwas grundlegend Neues kann es nun einmal nicht geben in einer Welt, in der außer ein paar Meteoriteneinschlägen seit ein Milliarden Jahren nichts mehr hinzu gekommen ist von außen! Für die Herstellung von Prokaryonten, Quallen, Dinosauriern, Mammuts, Neandertalern, Azteken, Wikingern und Apfelbäumen wird immer einfach das selbe Material verwendet, ein ewiges Dauerrecycling.

Alles, was es zu essen gibt, wurde schon X Mal gegessen. Das ist eine Tatsache, die uns in den Kochshows gerne verschwiegen wird! Kaffe bildet da übrigens keine Ausnahme. Aber wie sich am Kaffe sehr gut erkennen lässt, funktioniert das Recycling ja auch ganz gut! Der Kaffe schmeckt immer wieder, und das Koffein funktioniert jeden Tag wieder von Neuem! Faszinierend!

Auch das Essen ist immer wieder ganz lecker, besonders wenn jemand gut kochen kann. Kochen bedeutet ja, vorhandenes essbares Material neu zusammenzukneten, und dabei dessen Konsistenz, Aggregatzustand und molekulare Eigenschaften so zu verändern, dass etwas möglichst Angenehmes und Nahrhaftes dabei heraus kommt. Über den geschmacklichen Aspekt entscheiden die Geschmacksrezeptoren im Mund und geben dann Meldung ins Gehirn.: Hmm, lecker! Aber schon kurz danach, sofort nach dem runter schlucken, ist das eben noch leckere Essen schon gar nicht mehr lecker! Das würde keiner mehr auf dem Teller haben wollen! So schnell verändern sich die Dinge!

Aber is ja auch egal, letztendlich.

Unsere Vorfahren, die prokaryontischen Zellen, wie haben sie sich wohl die Zeit vertrieben den ganzen Tag im Meer? Hatten sie Sorgen, Ideen, Langeweile? Vermutlich werden sie so vor sich hingepuzzelt haben auf ihre etwas langsame prokaryontische Zellenart. Was kann man auch erwarten, sie mussten ja ganz ohne Koffein auskommen. Wir haben es da besser, wir können jeden Morgen eine schöne Tasse Kaffe trinken, und manche Leute trinken sogar zwei! Über den Tag verteilt natürlich, denn zu viel Kaffe ist auch wieder nicht gut!
Natürlich verführt der Leistungsdruck in unserer Leistungsgesellschaft manchmal dazu, mehr Kaffe zu trinken als offiziell empfohlen wird, denn Kaffe macht wach und steigert somit die gute Laune und die Kreativität, und gute Laune und Kreativität, das wird ja heute ständig von allen erwartet heutzutage!
Manche widersetzen sich diesem Druck aber auch! Picasso zum Beispiel dachte sich: Sollen die anderen mal kreativ sein, ich bin halt einfach Picasso, das muss reichen, und Andy Warhol hatte eine erklärte Vorliebe für langweilige Sachen („boring things“), und das liegt daran, dass sowohl Picasso als auch Andy Warhol in guter Verbindung standen zu ihren inneren Prokaryonten und ihren inneren Quallen!

Und das ist dann auch das Motto des heutigen Tages: Get in touch with your inner jellyfish! Because if you are in touch with your inner jellyfish, everything else with flow and wobble! (Ich schreibe das ganz bewusst auf Englisch.)

LOVE,
the Supatopcheckerbunny of the universe

P.S.: Kaffe immer fairtrade kaufen!