Illustration aufgemalt von Elena Duff!
Illustration aufgemalt von Elena Duff!

Ich, das Hilfscheckerbunny, war gerade drei Wochen in Südfrankreich. Dort war es schön und auch ziemlich interessant. Denn neben leckeren Roséweinen und farblich dazu passenden Flamingos gibt es dort viele raffinierte Modetricks zu entdecken.

Zum Beispiel die Sache mit den Pudeln. Pudel sind ja hierzulande eher nicht so angesagt. Man “hat” goldene Retriever (wenn man eine Familie ist), Jack Russel Terrier (wenn man irgendwas in den Medien ist) oder einen Kampfhund (Prekariat). Aber einen Pudel hat man nicht. Das “geht” nicht. Pas du tout geht das nicht, wie der Franzose sagen würde.

In Frankreich hingegen: völlig andere Situation. Da gehen Pudel. Und zwar alle. Alle Farben, alle Größen, alle Formen, alle Frisuren, alle. Und sie gehen nicht allein. Sie werden an Leinen geführt von dekorativ aussehenden Franzosenmenschen. Die erste Franzosen-Pudel Kombination nimmt man noch ganz gefasst auf. “Guck mal, der Herr dort hat einen Pudel mit Zöpfen” ruft man und kichert vergnügt. 4000 Pudel und 4000 gutaussehende, schlanke, gepflegte, wohlgekleidete französische Pudelhalter weiter weiß man, man sieht hier nicht irgendeinem Megatrend ins pelzige Auge. Sondern man ist hier mit etwas viel Raffinierterem konfrontiert:

Der Franzose weiß, dass der Hund kein Statussymbol oder Accessoire ist, sondern ein Mittel um die eigene Schönheit zu unterstreichen. Das Prinzip ist nicht neu. Jeder, der mal in die Schule gegangen ist, kennt es. Die Klassenschönheit, im Bestreben noch schöner auszusehen, wählt die kleine Hasenzähnige Dicke mit der Brille zur Begleiterin und glänzt neben ihr noch mehr.

Und so macht es eben auch der Franzose. Er entscheidet sich gegen Hunde, die einen schlecht aussehen lassen, also zB. gegen hochbeinige Afghanen, neben denen man immer klein und untersetzt wirkt, oder gegen Collies, die das eigene Haar immer so schütter aussehen lassen. Statt dessen führt der Franzose ein schlechtfrisiertes, altmodisch wirkendes Pudelchen mit sich herum und sieht toujours schick und elegant aus.

Tja, und weil ich das in Zukunft auch immer will, habe ich jetzt gar keine Zeit mehr, Euch von den vielen anderen Gutaussehtricks der Franzosen zu berichten. Es tut mir leid, aber ihr werdet weder von den Schlankheitspillenregalen im Supermarkt erfahren, noch von der französischen Superstars- Fernsehjury, die mit einer Windmaschine angepustet wird, damit das Jurorenhaar lasziver weht.

Ja, es tut mir sehr leid. Aber ich muss weg. Ich habe einen Termin. Im Tierheim wartet ein Pudel auf mich.

Tschüss, Euer Hilfscheckerbunny!

Kommentieren